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Sechs Klangstudien

Sechs Klangstudien

Besetzung: Klavier
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  • INV016
Die Sechs Klangstudien sind Konzertetüden, welche die von Franz Liszt in den „Études... mehr

Die Sechs Klangstudien sind Konzertetüden, welche die von Franz Liszt in den „Études dʻexécution transcendante“ geborene Idee, außermusikalische Inhalte mit spezifischen pianistischen Aufgaben- und Problemstellungen zu verbinden, aufgreifen. Diese Idee wurde nach Liszt weitergeführt von Komponisten wie Debussy, Scrjabin, Messiaen und zuletzt György Ligeti in seinen großartigen ab 1985 komponierten „Études pour piano“. Diese Tradition spiegelt sich in verschiedener Art und Weise in den Klangstudien wieder – es sei den jeweiligen Spielerinnen und Spielern überlassen, solche Bezugspunkte für sich selbst zu bestimmen. Die außermusikalischen, transzendenten Inhalte können als physikalische Zustände aufgefasst werden (Erstarrung, Kristallisation, rhythmische Gleichzeitigkeit, Verdichtung, Ausgeglichenheit und Weite), können aber auch als seelische Qualitäten gelten.

Einige kurze Hinweise zu den einzelnen Stücken:

Ristagnamento (Erstarrung) sollte rhythmisch sehr präzise mit viel Akzent- und Klangpedal, immer am Grenzbereich des Taktes, diesen quasi sprengen wollend, gespielt werden. Der Kampf und das Aufbegehren gegen die Erstarrung löst sich erst am Ende, in den letzten sieben Takten, wo sich die ganze Klangenergie verflüchtigt.

Cristallizzazione (Kristallisation) arbeitet mit verschiedenartigen Klangverschachtelungen, welche durch die Pedalisierung zusammengefasst werden. Die unterschiedlichen Bewegungsgesten können sehr pointiert ausgeführt werden. Bei der Resonanztonstelle in der Mitte des Stückes ist das Nachlauschen in die jeweiligen Klanggegebenheiten des Instrumentes besonders wichtig. Die Klangüberlagerungen kommen am besten zur Geltung bei genauer Beachtung der Dynamik. Cristallizzazione bildet den Prolog zur melodramatischen Vertonung des Grimmschen Märchens „Die Kristallkugel“ und ist auf der CD „Ophelias Schattentheater“ bei Thorofon (CTH-2445) erschienen.

Poliritmica (Polyrhythmik) sollte vom Bewegungsablauf durchscheinend, sehr transparent und eher leggiero gespielt werden. Besonderes Augenmerk verdient die Stelle ab „cantando“, wenn die beiden rhythmisch unabhängigen Bewegungen in die Dreistimmigkeit übergehen. Der energiegeladene Schluss erinnert an die Energiekulminationen in Ristagnamento.

Condensazione (Verdichtung) behandelt ausnotierte in sich verschachtelte Clusterbildungen. Die Klangbeziehung der einzelnen Akkordtrauben, deren Verschmelzung und Bewegung ist von Bedeutung, wie auch das sich allmähliche Herausschälen einzelner Töne, Intervalle und Motive.

Armonia (Harmonie) entwickelt sich aus melodie- und harmoniebildenden Quarten. Der Hauptteil, welcher insgesamt dreimal gespielt wird, kann durch Hervorhebung der Melodie als Ober- und als Unterstimme (z. B. kurze Vorschläge als Rubato-Spiel bei den Intervallen und Dreiklängen der rechten Hand) und der Verschmelzung aus beidem in unterschiedlichen Klangfarben wiedergegeben werden. Die Kulmination im Mittelteil bildet eine Erinnerung an Condensazione.

Ampiezza (Weite) entwickelt sich in einem spiralartigen Formverlauf bis hin zu sinfonischer Klanggröße. Die rhythmischen Akzentuierungen, notiert durch die kurzen Vorschläge, Akzente und Portatobalken, geben den einzelnen Figuren ein in sich bewegtes und differenziertes Klangbild. Ampiezza bildet die Introduktion zu dem Melodram „Die Flucht nach Ägypten“ zu einer Erzählung von Selma Lagerlöf.

Die Fingersätze in den Klangstudien dienen als Spiel- und Interpretationshilfe und sind für normal große Hände konzipiert. Sie können natürlich den individuellen Gegebenheiten der Spielerin und des Spielers angepasst werden. Alternative Fingersätze sind in Klammern angegeben. Die Klangstudien können als Einzelsätze oder thematisch zusammengestellt im Konzert gespielt werden. Bei einer Gesamtaufführung ist die vorliegende Reihenfolge die geeigneteste.

Die Uraufführung von Cristallizzazione, Condensazione und Armonia spielte der Komponist selbst beim Konzert „Musik zur Zeit“ im Alten Gymnasium in Oldenburg am 1. Juli 1997. Die Klangstudien Nr. 1-5 (alle 1996/1997 komponiert) wurden von dem Bremer Pianisten Jesko Brandt erstmalig als Zyklus bei Konzerten des DTKV anlässlich des 150-jährigen Jubiläums im PFLKulturzentrum in Oldenburg am 4. Oktober 1997 und in der Hochschule für Musik und Theater in Hannover am 30. Oktober 1997 gespielt. Ampiezza (Nr. 6) wurde im Jahr 2001 komponiert und von dem Pianisten Bernd-Christian Schulze aus Hannover am 25. Januar 2003 im Alten Gymnasium in Oldenburg uraufgeführt.

Christoph J. Keller
Oldenburg, Herbst 2010


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ISMN: M-50156-016-5
Dauer: 00:31:00
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